Lohn

Anwaltskanzlei Irena Havranek

Fachanwaltskanzlei für Arbeitsrecht in Erfurt

Das Arbeitsrecht geht von der Vorleistungspflicht des Arbeitnehmers aus. Das bedeutet, Sie müssen zuerst arbeiten, dann bekommen Sie Lohn.

Wann der Lohn genau fällig ist, ergibt sich aus der getroffenen Vereinbarung, somit aus dem Arbeitsvertrag oder einem einschlägigen Tarifvertrag. Ist dort nichts geregelt, ist die Vergütung nach dem jeweiligen Abrechnungszeitraum zur Zahlung fällig, sofern die Vergütung, wie in der Praxis üblich, nach Zeitabschnitten bemessen wird. Regelmäßig ist ein monatlicher Abrechnungszeitraum vereinbart. Das bedeutet, nach Ablauf des jeweiligen Monats haben Sie Anspruch auf Ihren Lohn.

Unter welchen Umständen darf der Arbeitnehmer den Lohn kürzen oder später zahlen?

Die Lohnzahlung gehört zu den Hauptpflichten des Arbeitgebers. Verspätete Lohnzahlungen oder einseitige Lohnkürzungen brauchen Sie grundsätzlich nicht hinnehmen.

Es darf hierbei nicht unberücksichtigt bleiben, dass der Arbeitnehmer im Normalfall, aufgrund seiner Vorleistungspflicht, bereits einen Monat arbeitet und dann erst sein Geld bekommt. Im Hinblick auf diese Vorleistungspflicht ist es Ihr gutes Recht, dass der Lohn pünktlich und ohne Kürzungen bezahlt wird.

Auch wenn der Arbeitgeber wirtschaftlich nicht mehr in der Lage sein sollte, den Lohn pünktlich und in voller Höhe zu bezahlen, ist es ihm nicht gestattet, den Lohn einseitig zu kürzen oder einseitig zu regeln, dass er den Lohn erst zu einem späteren Zeitpunkt zahlt. Bei finanziellen Schwierigkeiten kann der Arbeitgeber nur versuchen, sich mit Ihnen in der Gestalt einvernehmlich zu einigen, dass

  • Lohn gestundet wird
  • Lohn gekürzt wird
  • Auf Lohn ganz oder teilweise verzichtet wird

Ob Sie als Arbeitnehmer zu solchen Zugeständnissen bereit sind, sollten Sie sich gut überlegen. Auf der einen Seite könnte damit ein Insolvenzverfahren vermieden werden und Ihr Arbeitsplatz gesichert werden. Auf der anderen Seite ist zu berücksichtigen, dass nicht der Arbeitnehmer das wirtschaftliche Risiko eines Betriebs trägt. Letztendlich kann es daher nicht sein, dass der Arbeitnehmer für betriebswirtschaftliche Fehlentscheidungen oder fehlerhafte Investitionen haften soll. Ferner müssen Sie bei einem Lohnverzicht oder einer vereinbarten Lohnreduzierung beachten, dass dies Auswirkungen auf die Höhe des Arbeitslosengeldes und des Insolvenzgeldes haben kann.

Kann der Arbeitgeber mit Ihnen keine Einigung erzielen, hat er lediglich die Möglichkeit

  • Kurzarbeit zu beantragen
  • Einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen.
  • Eine Änderungskündigung auszusprechen.

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